Vorschau 50. Schybischwinget Escholzmatt

Geschrieben von Entlebucher Schwingerverband

Der Schybischwinget in Escholzmatt wird am Donnerstag dem 10. Mai 2018 zum 50. Mal ausgetragen. Zum Jubiläum gibt es neben einem traditionell hochwertigen Gabentempel drei Lebendpreise zu gewinnen.

Schwingerisch darf man gespannt sein, wer den Festsieg davon tragen wird, denn es werden Schwinger aus der gesamten Innerschweiz, dem Emmental, dem Berner Oberland und dem Schwingklub Appenzell erwartet. Ein Augenmerk gilt auch in diesem Jahr den Entlebucher Schwingern. Erich und Marco Fankhauser, Bruno Fink, sowie die beiden Neukranzer Niklaus Scherer und Christian Stucki haben mit ihrem Kranzgewinn am vorletzten Sonntag in Menzingen klar gezeigt, dass sie für den kommenden Donnerstag gerüstet sind. Im Kampf um den Festsieg wird sicherlich auch der Sörenberger Joel Wicki ein Wörtchen mitreden, welcher als Titelverteidiger antreten wird. Der 21 jährige bewies in dieser Saison seine bestechende Form, indem er bereits zwei Schwingfeste für sich entscheiden konnte. Aus Escholzmatter Sicht darf man sich neben dem bereits erwähnten Niklaus Scherer aus Escholzmatt sicher auch auf die Auftritte von Ronny Schöpfer und Josef Portmann aus Wiggen freuen, welche am diesjährigen Badschwinget bereits starke Leistungen zeigten.

In diesem Jahr darf man neben den Gästeschwingern aus dem benachbarten Emmental und dem Berner Oberland auch Athleten vom Schwingklub Appenzell im Schybidorf  begrüssen. Angeführt werden diese vom Eidgenossen Martin Hersche. Auf den Auftritt des Appenzeller Eidgenossen darf man sicher gespannt sein, wenn wir uns an die letzte Saison zurück erinnern, in der Hersche das Nordwestschweizerische Schwingfest in Therwil gewinnen konnte. Da für die Schwinger Platzanmeldung gilt, ist es möglich, dass der eine oder andere Spitzenschwinger aus der Innerschweiz den Weg nach Escholzmatt findet und den Wettkampf in Angriff nehmen wird.

Der Sieger des 50. Schybischwingets wird als Hauptpreis das Jersey-Rind „Lauren“, welches von der Clientis EB Entlebucher Bank gespendet wird, in Empfang nehmen dürfen. Das vom Escholzmatter Christoph Steffen gezüchtete Jersey-Rind wurde am 20.08.2016 geboren und ist seit dem 30.11.2017 trächtig. Als zweiten Preis gibt es das Fohlen „Nelina“ zu gewinnen, welches erst kürzlich am 14.3.2018 bei der Familie Bieri in Wiggen geboren wurde. Speziell zu erwähnen sind die Spender des Fohlens, sind dies doch die Gründungsmitglieder des ersten Schybischwingets von 1965: Josef Krügel, aus Escholzmatt, Willy Müller aus Escholzmatt, Josef Bühlmann aus Erstfeld zusammen mit Bruno Hodel vom Landgasthof Krone in Escholzmatt. Die Familie Bieri von der Böschholdern in Escholzmatt ist zugleich  Züchter und Spender des Kalbes „Troja“, welches am 25.10.2017 geboren wurde.

Gabenchef Martin Lustenberger präsentiert den Schwingern erneut einen schönen und reichhaltigen Gabentempel. Für die Unterhaltung auf dem Festplatz ist der Jodlerklub Escholzmatt besorgt, und in der Festhalle sorgen die „Äntlibuecher Giele“ für eine gute Stimmung. Mit dem Anschwingen wird um 11.00 Uhr begonnen.

Das erste Schybischwinget  wurde 1965 auf der Kronenmatte ausgetragen, nachdem das Luzerner Kantonale Schwingfest 1963 in Escholzmatt durchgeführt wurde und 1964 ein Entlebucher Schwinget stattfand, da vom Gabentempel des Kantonalen Gaben zurück blieben. Der Erste OK-Präsident Otto Portmann schrieb anlässlich der Festschrift zum 50 jährigen Bestehen des Entlebucher Schwingerverbandes 1969 folgende Geschichte zur Gründung des Schybi-Schwingets:

„Aus dem Gabentempel vom Kantonalen Schwingfest 1963 in Escholzmatt blieben noch einige Gaben zurück. Das war der Grund dafür, ein Jahr darauf den Entlebucher-Schwinget in Escholzmatt durchzuführen.

Am 12. März 1965 galt es ernst. Es wurde die erste Vorbereitungssitzung abgehalten. Zum OK-Präsident wurde Otto Portmann und als Vize-Präsident Hans Stalder gewählt. An dieser Sitzung wurden noch Willi Müller, Metzger, Josef Krügel, Briefträger und Linus Haas sen. Als OK-Mitglieder aufgenommen. Was wollen wir den Schwingern für Preise verabreichen, das war die grosse Frage. Jules Duss, Präsident des Entlebucher Schwingerverbandes, kam auf die glänzende Idee von Wappenscheiben. Man beschloss, auf diese Scheiben eine historische Figur zu setzen. Auch durfte das Wappen von Escholzmatt nicht fehlen. Gemeindepräsident Ernst Bucher war der Entwerfer der ersten Wappenscheibe, auf welcher Christian Schybi dargestellt war. Viel zu reden gab nun der Name des Schwingets. Amtspräsident Duss wollte ihn vorläufig als Entlebucher-Schwinget weiterführen. Doch die Escholzmatter setzten den Namen „Schybi-Schwinget“ durch. Als Festplatz hatte der Vize-Präsident die Kronenmatte vorgeschlagen. Er hatte bereits vorher mit dem Besitzer gesprochen. Gegen Ende der Sitzung liessen wir Werner Hodel, Wirt zur Krone, bei dem wir auch tagten, zu uns beordern. Im Einverständnis aller Anwesenden wurde er zum Festwirt ernannt.

Für das Jahr 1968 beschloss man, zum Tagesfest überzugehen. Im OK gab es verschiedene Vakanzen und Neuaufnahmen. Als Sekretär wurde Anton Brun, Posthalter, Feldmoos, aufgenommen und das Amt des Kassiers wurde von Theo Tanner jun., Althus, besetzt. Die vermehrten Vorarbeiten für ein Tagesfest wurden einwandfrei ausgeführt. Zwei Tage vor dem Fest wurde die letzte OK-Sitzung abgehalten. Es waren 224 Schwinger aus der Innerschweiz, dem Kanton Bern und aus der Ostschweiz angemeldet. Während der Sitzung bekamen wir Bericht, die Schwinger aus der Ostschweiz seien für unser Fest gesperrt. Das war noch zu verschmerzen, aber am anderen Morgen kam der gleiche Bericht aus dem Bernbiet. Diese Meldung hat uns komplett niedergeschlagen. Uns waren die Hände gebunden. Zeitung konnten wir keine mehr bedienen, um den Besuchern den Ausfall dieser Schwinger bekannt zu machen. Das war eine Tragödie und ich möchte an dieser Stelle den verantwortlichen Organen des Schwingerverbandes nur einen Vorwurf machen: Nachdem unser Festführer schon ca. eine Woche vor dem Fest den Schwingern zugestellt wurde, wäre es am Platze gewesen, uns früher über diese Massnahme zu unterrichten.

Der 4. Schybi-Schwinget konnte dennoch, wenn auch unter schlechten Witterungsbedingungen, glücklich unter Dach gebracht werden. Der von den Ehrenmitgliedern gestiftete Wanderpreis – ein 40cm hoher aus Holz geschnitzter Schwinger – wurde erstmals vom Schwingklub Luzern und Umgebung gewonnen und ein Jahr später fiel dieser dem Entlebucher Schwingerverband zu. – Der Schybi-Schwinget wird nun jedes Jahr durchgeführt.“

Ein grosser Dank gilt den langjährigen OK-Mitgliedern des Schybischwingets, sowie den zahlreichen Helferinnen und Helfern, welche diesen jährlichen traditionellen Anlass überhaupt erst möglich machen. Das OK-Schybi, sowie der Entlebucher Schwingerverband danken allen herzlich für die Unterstützung und den Besuch in Escholzmatt.